Beitragsbild: Identitätsdiebstahl und die Folgen - Bank räumt Fehler ein

Identitätsdiebstahl – Wie erkennen und wie schützen?

24.11.21

Kriminelle stehlen und missbrauchen die Identitäten von Verbrauchern, die oft nicht einmal wissen, wie es dazu kommen konnte. Durch den Datenklau werden im Internet kostenpflichtige Abos abgeschlossen, Nutzerkonten eingerichtet und Waren bestellt. Wie können sich Verbraucher vor dem Identitätsdiebstahl schützen und wie sollte reagiert werden?

„Das war ich nicht!“ – Identitätsdiebstahl und die Folgen

Nicht selten fängt es mit einer Email an, deren Ursprung unklar ist. „Vielen Dank für Ihre Bestellung!“ heißt es recht freundlich im Betreff. Dumm nur, wenn keine Bestellung getätigt wurde. Im ersten Moment ist möglicherweise von einem Fehler auszugehen, doch sollte auch ein Identitätsdiebstahl in Betracht gezogen werden.

Dadurch, dass sich unterschiedliche Verträge über das Internet abschließen können, sind auch die Risiken und Gefahren für Verbraucher gestiegen. Als Beispiele seien an dieser Stelle Online-Shopping oder Bankgeschäfte über das Netz genannt. Besonders in diesen Bereichen werden die Gefahren des Identitätsdiebstahls deutlich.

Ein leider typisches Szenario: Kriminelle bestellen online diverse Waren, aber lassen diese an eine andere Adresse ausliefern. Die dementsprechende Rechnung geht jedoch in vielen Fällen die Adresse als betroffenen Verbrauchers. Dieser bleibt dann folglich auf den Kosten und dem möglichen Ärger sitzen.

Welche Arten und Methoden gibt es?

Als eine der Hauptquellen für persönliche Daten sind unter anderem Phishing-Mails zu nennen. Das sind jene Mails, die sich z.B. als eine „Bekanntmachung“ einer Bank tarnen. Ziel der Kriminellen ist es, den Empfänger zum Anklicken eines Links oder der Eingabe der Daten zu bewegen. Es geht primär um die Erfassung der persönlichen Daten, die entweder missbraucht oder verkauft werden können.

Eine andere Gefahr stellt ein Firmen-Datenleck dar, welche leider laut Medienberichten keine Seltenheit darstellen. So gelangten die persönlichen Daten in der Vergangenheit in die Hände von Kriminellen, die für viel Geld die Datensätze im Darknet anbieten. Betroffenen ist in vielen Fällen vollkommen unklar, wann und wie die Täter an ihre Daten bzw. Identitäten gelangt sind – vor allem, wie diese genutzt oder weiterverkauft werden.

Wie kann man sich vor dem Datenklau schützen?

Um die Sicherheit Ihrer Daten zu verbessern, empfehlen sich folgende Maßnahmen – wohlgemerkt nicht nur für den Desktop, sondern auch für das Mobiltelefon.

  • Achten Sie auf aktuelle Versionen der verwendeten Soft- und Firmware. Dazu zählen nicht nur das Betriebssystem (Windows, Android etc.), sondern auch Browser und Virenprogramme. Unter Umständen lässt sich eine automatische Aktualisierung einrichten
  • Nutzen Sie starke Passwörter. Hilfreich können sogenannte Password-Manager, die bei der Organisation aushelfen
  • Nutzen Sie bei Möglichkeit die Zwei-Faktoren-Authentifikation, die u.a. von Banken angeboten werden
  • Achten Sie stets auf verschlüsselte Seiten, erkennbar am https. Dies ist besonders wichtig, wenn persönliche Daten im Spiel sind
  • Programme und Apps sollten nur von den offiziellen Herstellern oder App-Stores herunter geladen werden. Vor der Installation unbedingt prüfen, ob es sich um die gewollte Datei handelt, die installiert werden soll
  • Vermeiden Sie Klicks auf Werbebanner- und Videos
  • Teilen Sie keine persönlichen Daten im Internet und natürlich auch nicht in den sozialen Netzwerken. Tragen Sie keine empfindlichen Informationen ein und seien Sie kritisch, wenn Sie von Fremden online kontaktiert werden
  • Tätigen Sie keine wichtigen Transaktionen (wie Online-Banking) über öffentliche Hotspots im W-LAN

Wie sollte man auf Identitätsdiebstahl reagieren

Spätestens, wenn Betroffene eine Zahlungsaufforderung von einem Anbieter oder gar einem Inkasso-Unternehmen erhalten, ist der Schreck groß. Erstatten Sie für jeden Einzelfall umgehend Anzeige bei der Polizei. Doch es gibt noch weitere Punkte, die im Falle eines Datendiebstahls wichtig sind:

  • Änderung aller Passwörter und Zugänge, wobei darauf zu achten ist, dass bei jedem Anbieter ein anderes PW genutzt werden sollte. Idealerweise eins, welches nicht „Passwort123“ lautet
  • Widerspruch gegen unerklärliche Rechnungen und Mahnungen einlegen. Ignorieren sollte man derartige Schreiben unter keinen Umständen. Wir helfen Mitgliedern dabei, sich gegen solche Vorwürfe zu wehren. Mehr Infos dazu finden Sie unter Kontakt
  • Überprüfen Sie ihre Profile in den sozialen Netzwerken auf mögliche Auffälligkeiten. Unter Umständen wurde auch das Profil in Beschlag genommen und ggf. fragwürdige Inhalte gepostet. Sollte dies der Fall sein, informieren Sie umgehend den Betreiber zwecks Sperrung/Löschung
  • Kontrollieren Sie bei einem solchen Verdacht die Zahlungsbewegungen auf Ihren Bankkonten, auch auf kleine Beträge achten

Lesen Sie weiterführend unseren Artikel zum Thema „Identitätsdiebstahl und die Folgen: Bank räumt Fehler ein“.


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