Vegas77 Altanus Financial Advisors Swiss Money Report

20.10.11

Tippdienst Swiss Money Report promotet für die Altanus Financial Advisors Ltd. aus Gloucester (Großbritannien) die Aktie der Vegas77 (WKN A1C8PY). Die Online-Casino-Beteiligungsgesellschaft Vegas77 Entertainment sei „extrem unterbewertet“, und somit eine „Kursexplosion“ zu erwarten. Man erwarte Kursgewinne von „mindestens 300%“.

Tatsächlich sprangen auch andere Börseninformationsdienste im Frühjahr 2011 auf die Nachricht an und berichteten entsprechend zu Vegas77. Naturgemäß zog der Kurs zunächst an, ungeachtet dessen, dass es eigentlich kaum konkrete Informationen und Fakten gab, die diese Kursentwicklung technisch begründen hätten können.

Einzig auf der Webseite des Unternehmens Vegas77 ist eine konkrete Information zu finden. Der Inhalt der Webseite besagt, dass es sich bei Vegas77 um eine Beteiligungsgesellschaft handelt, die Beteiligungen an einer Reihe von Gesellschaften im Ausland halte. Schaut man auf die aktuell veröffentlichten Beteiligungen, so ist dies nur die Vegas77 Casino, die der Gesellschaft zu 100 Prozent gehört.

Inhalt aus der Webseite:

„Die Vegas77 Entertainment SE ist derzeit an Vegas77 Casino zu 100% beteiligt. Dieses Casino bietet die klassischen Online-Glücksspiele (Roulette, Blackjack, Poker etc.) an. Vegas77 soll unter der Leitung der Vegas77 Entertainment SE zu einem Markt führenden Unternehmen ausgebaut werden.

Aktuell laufen Verhandlungen über die Akquise eines weiteren Casinos mit Sitz in Malta. Mit Hilfe dieser Beteiligung können Spieler in der EU besser erreicht werden. Bitte lesen Sie hier (Anmerkung Link gelöscht), welche Beteiligungen in Zukunft akquiriert werden sollen.“

Quelle:http://www.vegas77-entertainment.com/content-de.php?seite=investments-de
(Seite down / Anmerkung Verbraucherdienst e.V.)

Klickt man auf den Link des Wortes “hier“ im Satz „Bitte lesen Sie hier welche Beteiligungen …usw.“, öffnete sich zum Zeitpunkt der Recherche (14.06.2011/ 14.50h) eine Seite ohne Inhalt. Also keine Akquise hinsichtlich weiterer Beteiligungen?
Auch über Umsätze, Gewinne oder Einzelheiten zum operativen Geschäft der Vegas77 Casino erfährt man nichts. Selbst via Google lassen sich keine weiterführenden Informationen finden.

Die Rubrik „Zukunft“
der Webseite gibt lediglich Auskunft über den Umfang geplanter, also angedachter Beteiligungen. Börsen- bzw. kurstechnisch haben diese Absichtserklärungen wenig Substanz. Vergleichbar wäre es wohl, wenn Bill Gates zu Beginn seiner Karriere erklärt hätte, er habe vor, mit weiter entwickelten Windowsbetriebssystemen ein Global Player zu werden. Damit hätte man wohl kaum eine kometenhafte Kursentwicklung verursacht.

Ebenso wenig Vertrauen
vermittelt die Tatsache, daß zur Verbreitung von Presse- bzw. Ad-hoc-Meldungen eine wenig bekannte PR-Firma und ein recht umstrittene Börsenbrief genutzt werden. Tote Verlinkungen und wenig organische Information auf der eigenen Webseite fördern ebenso wenig Vertrauen in die Aktie der Vegas77 wie die Tatsache, das man im Impressum lediglich erfahren kann, dass der Geschäftsführer A. Joy heißt und Vegas Entertainment SE in den Niederlanden beheimatet ist.

Umstrittener Börsenbrief

„Allein die geplante Übernahme eines europäischen Online-Casinos könnte den Kurs schnell explodieren lassen“, so schrieb der Börsenbrief Bulle & Bär (Bulle & Bär Ltd., London) im März. Das österreichische Webportal Xperi.at informierte dazu bereits vor einiger Zeit wie folgt;

Von den sechs Empfehlungen des Dienstes in der Zeit von Juli 2009 bis April 2010 erlitten vier deutliche Kursverluste, zum Teil nach Insolvenz, eine Aktie ist ohne Börsennotierung, eine weitere ist seit Monaten vom Handel ausgesetzt …

Die Aktie der Vegas77 Entertainment SE wird am Open Market gehandelt. Dieser Markt ist nur wenig reguliert und bietet daher viel Spielraum. Aus diesem Grund wird bei seriösen Beratungen auf die deutlich höheren Risiken des Open Market hingewiesen. Auch im Fall der Vegas77 – Aktie folgte, was in der Vergangenheit bereits bei vielen anderen Werten dieses Handelssegmentes zu beobachten war: Wochenlang intensiv-aggressive Anpreisung via Fax, Telefon und Pressemeldungen ließen den Kurs zunächst durch die Decke gehen. Dann stürzte der Kurs plötzlich ab. Vegas 77 stand am 13.06.2011 bei einem Schlusskurs von 6,74 €uro.

Gerüchte über großangelegten Betrug
Einen „Skandal der Börsenmafia“ will ein Deutscher Aktienbrief mit Adresse in Großbritannien nach dem Absturz entdeckt haben. Eine „Horde Krimineller“ habe das Papier abgeschossen: „Vermehrt wurden Gerüchte verbreitet, Vegas77 sei ein groß angelegter Betrug, und die Kasinobeteiligungen würden gar nicht existieren.“
Zuvor hatten Tippdienste die Aktie massiv empfohlen, der Deutsche Aktienbrief riet weiter zum Kauf, und wirbt damit, „das die Aktie auch für Börseneinsteiger geeignet sei“.

Für unerfahrene Anleger eignen sich Werte des Open Markets wie Vegas77 definitiv nicht. Bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sind viele Eingaben zu Vegas77 eingegangen, die Aufsichtsbehörde führt bereits entsprechende Untersuchungen durch.

 


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